Operative Entfernung des Tumors: die goldene Regel

Die goldene Regel für eine mögliche Heilung ist die vollständige operative Entfernung des Tumors, die sogenannte R0 Resektion (Entfernung) des Tumors, ohne dass „Reste“ im Körper verbleiben.

Wichtig ist:

  • Eine genaue endokrinologische Charakterisierung des Tumors (Laborwerte) und durch Bildgebung (CT, MRT, u. U. weiteren radiologischen und/oder nuklearmedizinischen Untersuchungen) vor der operativen Entfernung (präoperative Charakterisierung). Je mehr über das Eigenleben und über das Aussehen des Tumors bekannt ist, desto besser können OPs und zukünftige Behandlungen geplant und gestaltet werden. Die Entnahme einer Biopsie (Gewebeprobe) ist sehr umstritten und es wird davon vorab abgeraten. (Weitere Erläuterungen folgen in Kürze.)
  • Die Durchführung der Operation durch einen spezialisierten Chirurgen (falls der bösartige Tumor operabel ist). Als goldene Regel gilt: Eine operative Entfernung des Tumors ist heutzutage die einzige Möglichkeit der Heilung. Es handelt sich hierbei um eine sehr diffizile OP, die „goldene Hände“ braucht. Ein Erfahrener Chirurg oder eine erfahrene Chirurgin sollte den Eingriff unbedingt durchführen. Wenn bei Ihnen der Verdacht eines Nebennierenkarzinoms besteht , so scheuen Sie keine Reise um den besten Operateur oder die beste Operateurin zu finden. Denken Sie daran: Zeit ist Leben! Der Tumor sollte unverzüglich entfernt werden.
  • Histologische Untersuchung des resezierten Tumors. Erst nach der Resektion des Tumors, also nach dem Herausoperieren, soll ein Spezialist das Gewebe aufs Genaueste untersuchen. Die Ergebnisse der Gewebeuntersuchung können Aufschluss geben, ob es sich tatsächlich, um ein Nebennierenkarzinom handelt welche Behandlung angewendet werden könnten.
  • Bei Patienten und Patientinnen mit einer erfolgreichen vollständigen Entfernung des Tumors (R0-Resektion): ein sehr enges „FollowUp“ (Nachsorgeuntersuchung) begleitet von einer adjuvanten Therapie mit Mitotan. Eine adjuvante ( = unterstützende) Therapiemaßnahme ist sehr wichtig, denn bei mehr als 60 % der erfolgreichen operierten Patienten bilden sich innerhalb der ersten zwei Jahren Metastasen (Rezidive), sodass regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen über mindestens 5 Jahre notwendig sind, um im Falle eines Rezidiven ohne Zeitverlust zu agieren.
  • Eine Bestrahlung des Tumorbetts sollte nach fachlicher Beurteilung im Einzelfall durchgeführt werden.
  • Weitere Strahlen- und Chemotherapien für Patienten bei denen der Tumor nicht vollständig entfernt werden konnte, mit nicht operablen Tumoren oder mit Metastasen (fortgeschrittenes Nebennierenkarzinom) werden von den behandelnden Ärzten und Ärztinnen nach Stand der neuesten Kenntnisse zusammengestellt.

Die Therapie der Wahl ist nach heutigen Kenntnissen Mitotane mit oder ohne Kombination einer Chemotherapie.